UNGLEICHE SCHWESTERN

 

Hoffnung und Enttäuschung sind zwei launenhafte Schwestern,

Die oft unverhofft dem Schicksal lästern; Mancher, der noch hoffnungsvoll sein Frühstück hat gegessen,

Saß schon vielleicht enttäuscht beim Abendessen; Wer sich von der Erfahrung läßt beraten,

Der glaubt nicht an Wundertaten.

 

MIST IST NICHT GLEICH MIST

 

Ob Optimist - ob Pessimist, Das Ende doch das gleiche ist:

Der Schluß der Wörter heißt ja - (M)ist; Das „0" und „P" im Alphabet -

Wie ihr es ja alle seht -Schön nachbarlich beisammen steht;

Und wenn ich euch nun fragen möcht': „Was ist dran gut und was dran schlecht?",

So sei das Urteil auch gerecht;

Die Wörter selbst sind beide gut, Wenn man sie richtig schreiben tut -Nur im Sinn die Deutung ruht.

Der Optimist mit frohem Sinn

Sieht im Schlechten auch Gutes drinn -

So schnell ist doch nicht alles hin.

Der Pessimist - aus seiner Haut

Mißtrauisch in die Welt dreinschaut -

Und nicht einmal sich selbst vertraut. Den Unterschied man selber macht,

Ob man zweifelt oder lacht, Durch zuviel Mut - zuviel Bedacht.

Ich selbst bin „goldenes Mittelmaß"

Und hab' von beiden „Mist" etwas -

Vom „0"-mist dies - vom „P"-mist das!

 

A DISCHKUA MIT'N TEARISCHN STEIFL

 

Guitn Moagn Steifl!

Jo, i prouk Äipfl! Steifl, i ha die na griaßt.

l hos net koust - sans saua oder siaß. Steifl, du bäst a tearischa Noa.

Wann's laung liegn, wen's eh recht moa. Steifl, du hast net richti gloust.

Va de Äipfl wiad a guida Moust. Steifl äs woa goa koa Reid van Moust.

l woaß nät, wos a Kilo Äipfl koust. Steifl, du kaunst mi, wou i mi net kau(n).

Wannst ma deis namol sogst, weara da glei a poa obahaun!

 

VERNÜNFTIGER GEDANKENGANG

 

Wenn dich aus Angst die Biene sticht,

Denk, daß sie dir auch tut Honig schenken,

Und wenn dich ein Leid einst trifft,

Sollst du schnell an Freude denken.

Quält dich einmal stark der Durst Kannst du statt Wein auch Wasser trinken,

Bei Hungersnot werden Brot und Wurst Dir besser als ein Schnitzel dünken.

Hält dich jemand mal für dumm

Laß dich nicht aus der Ruhe bringen,

Frag' ihn nicht wieso - warum?,

Sag' ihm den Spruch des Götz von Berlichingen!

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