EINSAMKEIT

 

Wohin sind diese Zeiten,

Wo auf Glück ich konnte bau'n,

Alles ist verflossen,

Zerflossen wie ein Traum.

Wo bist du holde Jugend, Ihr Tage froh und klar Wie ein Maienmorgen, Den die Sonne uns gebar.

Die Zeit der ersten Liebe,

Wie helles Morgenrot,

Der erste Weg zur Fremde

War meine erste Not.

Ich zog durch manche Länder Mit Mißgeschick und Glück,

Doch am allerliebsten Kehrt' ich nachhaus zurück.

Vergangen sind die Jahre,

Die mir die Jugend gab,

Wo ist jetzt meine Heimat,

Die ich verloren hab'.

Das alles ist vergangen, Hat mir kein Glück gebracht,

Es blieb das Zukunftsbangen Und vor mir liegt die Nacht.

Wo ist mein Stern der Hoffnung?

Leucht' mir in meinem Leid,

Oh laß mich nicht versinken

In Nacht und Einsamkeit!

 

GEDANKEN ZUM MUTTERTAG

 

Man hat schon drüber nachgedacht Warum der Schöpfer hat die Frau gemacht

Mit dem Geschenk der Leidenschaft Und dem Wunsch nach Mutterschaft

Durch des Mannes Liebeskraft.

Doch der Wunsch nach Liebesfreud' Läßt zum Denken nicht viel Zeit,

Leidenschaft und Gelegenheit Macht das Weib zur Mutterschaft bereit, Das ist des Lebens Wirklichkeit.

 

Es hat's der Schhöpfer so gewollt,

Daß das Menschengeschlecht nicht enden sollt'

Und Mutterliebe, die ist groß

Für das Leben aus dem Mutterschoß,

Wenn es dem Liebeswunsch entsproß.

Das macht Leid und Freud' ein Leben lang, Den Frauen sei dafür ein großer Dank,

Weil Leben aus ihrem Schoß entsprang, Ist das für sie ein Opfergang.

Und wofür wird die Frau dafür geehrt -

Was ist uns allen eine Mutter wert?

Wie es sich zur Ehre und Dank gehört,

Wurde ein Tag zum Muttertag erklärt.

Aber ein Tag im Jahr genügt wohl nicht,
' Daß man die schönsten Blumen bricht
Und dazu ein liebes Muttertaggedicht,
Das man bei Wein und Torte spricht.

Der moderne Business voll Freude lacht,

Weil er mit dem Muttertag Geschäfte macht;

So wurde der Feier moralischer Wert

Durch's Geschäftemachen schon längst entehrt.

Und mit Gedicht, Geschenk und Blumenstrauß Ist die Ehrung der Mutter für ein Jahr aus,

Die Torte wird von den Kindern verzehrt, 'Die Flasche Wein wird vom Vater geleert.

Sie hoffen, daß der Muttertag im nächsten Jahr -

Geb' Gott - so schön wird, wie er heuer war.

 

DEN ERSTEN STEIN

 

Es lieben auch im Krieg die Frauen ihre Männer,

Sogar wenn sie in Gefangenschaft sind;

Oft wird der Sieger zu einem großen Gönner

Und schenkt mancher Frau sehr gern ein Kind.

Denn sind die Frauen zu lang alleine,

Dann steigert sich des Körpers Liebeskraft -

Und dauernd standhaft bleibt doch selten eine

 Der Sieger heißt dann Leidenschaft.

Wie ist's mit den Pharisäern gewesen?

Eine Sünderin ward bei Jesus angeklagt;

Die Antwort kann man in der Bibel lesen,

Was dann Christus darauf hat gesagt . . .

Wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein;

 Es ist nicht leicht, gegen die Natur zu leben,

Und es trügt sehr oft der Heiligenschein.

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