AUF DER SUCHE NACH HEIMAT UND RUHE.

 

Die Fremde - nur sie war meine Heimat,

Die richtige Heimat, sie hat mir stets gefehlt,

Gedanken an nächste Verwandte

Haben im Leben mich sehr oft gequält.

Von manchen Lieben und Kameraden,

Mit denen das gleiche Schicksal mich verband,

Mußte ich mich immer wieder trennen -

Und so in meinem Leben ich niemals Ruhe fand.

 

Weil ich habe am Kreuzweg meines Lebens

In die falsche Richtung meine Schritte getan,

Darum fing mein künftig Erdenleben

Mit einem fatalen Irrweg an.

Doch auch die letzten Schritte meines Irrwegs Führen mich einst an den richtigen Ort,

Das Ziel ist gleich, wie für die Ändern, Und alle, alle finden Ruhe dort.

Die Erde, von der ich einst gekommen,

Nimmt mich gern und gnädig wieder auf

Und gibt mir ewige Ruh' und Heimat,

Wenn einst beendet meines Lebens Lauf. Mein Geist -

wohin er wohl entfliehet -Irgendwohin auf einen schönen Stern,

Wer kann das wohl zur Lebenszeit ergründen -

Vielleicht sucht er den Schöpfer - Gott den Herrn!

 

A SUNTI AF'N LAND

 

Die Wouchan äs aus, da Sunti äs do

And äs geht a jeda kiaran, dea wos betn mo,

Deis woa sou da Brau ba die oltn Leut -

Hiaz is' a bißl andascht an da heutigen Zeut. Da Baua äs mit da Oabat feati an Stoll,

Bis da Kirigaung au(n)faung läutns dreumol; Schnöll fruistuckn and äs Suntigwaund her -

Olsa schei(n) aunzogn do äs ma holt wea.

An da Kiaran schloft mauncha and tramt van Howanbaun,

Von Mistfiahn oda van Wei(n)gathaun,

Maunchmol bleubt die Oldi weign an Kouchan dahoam,

Weul an da Kuchl gibts meustns vül z'toan. Gout seu Daunk,

 da Kiachgaung äs aus, Schnöll tummln si d' Manna va da Kiaran heraus,

Jeda meicht als easchta an Gosthaus seun,

Da Wirt sogt recht freudli: „Keimmts na hereu(n)!"

Mancha sitzt duat bis zan holbn Namitto,

D' Oldi sogt, wann a hoamkimmt: „Gout seu Daunk bist scha do!"

Kimmt a eventuöll gleu noch da Kiaran hoarn,

Muiß a eppa nou füa die Kuchl wos toan.

D' Oldi kunnt wos au(n)schoffn ouhni zan frogn,

Vülleicht muiß a zan hoazn a Hulz eunitrogn,

And deis äs jo füa a Mannsbüld a Schand,

Ba ins awn Land - mit Suntigwand.

Namitto geht die Bäurin mit'n Oldn an Buschenschaunk,

 Duat kriagt ma koan Schlot wia ban Kirigaung,

Va Mau(n]ti bis Samsti muiß ma sie wieda recht plogn,

Drum wea ma an Sunti an Heagat „Vagölts Gout" sogn.

Zwoarafuchzig Wouchan hat äs ganzi Joah

And mit jedn Sunti äs a Wouchn goa,

Wann an Wouchneind d' leitzti Stund wüllt seun -

Da Totngroba scheat ins a an Sunti eu(n].

 

ERFÜLLTER EHEWUNSCH

 

Mit Liebe und mit Treue -

So fing die Ehe an,

Denn wahre Lieb' aufs Neue

Ist kein leerer Wahn.

Glaube, Liebe, Hoffnung Stärkte das Band der Ehe sehr,

 So brachte uns das Schicksal Das Glück der Ehe her.

Und hat uns nach langem Warten

Ein liebes Kind gebracht,

An das wir schon sehr lange

So sehnsuchtsvoll gedacht.

Gott woll'n wir dafür danken, Daß den Wunsch er hat erhört,

 Denn so hat unsere Ehe Erst richtigen Sinn und Wert.

 

DER LAUF DES LEBENS

 

Mit männlich- und fraulicher Und liebesbeschaulicher

Lust fängt es an, Mit unerklärlichem

Leben gebärendem

Spiel es begann; Freiwillig müssend,

Glücklich und büßend -

In sündiger Scham, Auf Menschen verführender, Ganz unwillkürlicher

Natürlicher Bahn, Durch Seelen betörenden,

Leidenschaft schürenden, Vergiftenden Wahn,

Dem glückhaft klingenden, Oft Unglück bringenden

Niemand entrinnen kann; Himmlisch Entstehendes

Oft höllisch Vergehendes

Kann man verneinen - bejah'n. Im Strome des Lebens

Versucht man vergebens

Durch Werden und Sterben

Leben gezeugt und vertan -

Und so der Schöpfung Genüge getan.

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