VERLIERE NICHT DEN MUT!

 

Einst - als ich jung war - hoffte auch auf Glück,

Oft denk' ich an diesen entschwund'nen Traum zurück;

Trotz der Not und Armut hat auch mein Herz gelacht -

Der Glaube und die Hoffnung haben mir Mut gemacht.

Ich sah viele glückliche Menschen rings um mich her

Und ich hoffte auf Fortunas Hilfe - ach so sehr!

Meine Jugend schwand dahin und die Zeit verrann -

Ich fing an meinem Glücksstern schon zu zweifeln an. Geduld -

verliere nicht den Mut, Mit der Zeit wird alles gut!

Diesen Rat fürs Leben hat mir mein Herz gegeben

Und ich glaubte daran, weil wieder Hoffnung kam.

Ich mußte in die Fremde für so manche Jahr',

Weil für mich in der Heimat kein Zuhause war;

Es kam der Krieg, der mich durch ganz Europa trieb,

Andere bekamen Briefe - ich ohne Grüße blieb;

Fünf lange Jahre und der Krieg war endlich aus -

Doch ich hatte keine Heimat - kein Zuhaus.

So reiste ich dann kreuz und quer durch fremdes Land,

Hoffte irgendwo auf Heim und Familienband -

Geduld - verliere nicht den Mut,

Mit der Zeit vielleicht wird alles gut!

Mit diesem Rat, den mir mein Herz einst hat gegeben

Fing wieder Glaube an - und neue Hoffnung kam.

Endlich versuchte ich es durch Familienband

Und glaubte, daß ich durch Liebe eine Heimat fand;

Es zerbrach die Hoffnung - Enttäuschung blieb zurück,

Aus war der Traum von Heimat und Familienglück.

Oh Gott, sag mir: Für welche Schuld hab' ich gesühnt,

Warum hab' ich nicht Frieden und auch nicht Glück verdient?

Für Lebenslust und Freunde ist es jetzt zu spät,

Weil bald auch meine Lebenszeit zu Ende geht;

Verloren ist Geduld und Mut,

Die Zeit macht nichts mehr wieder gut.

An jenen Rat fürs Leben, den mir das Herz gegeben,

Ich glaub' nicht mehr daran -

Weil ich nicht mehr hoffen kann!

 

NACHZUDENKEN

 

Wenn man im Denken politisch wird, So wird man Knecht einer Partei,

Die uns dann in die Unfreiheit führt -Und das Denken ist nicht mehr frei.

Lügen, die der Schlauheit dienen,

Stolpern leicht über das eigene Bein -

Um den rechten Weg zu finden,

Suche in der Wahrheit klug zu sein.

Ein Haar vom Kopf des Philosophen Einen höheren Wert erhält,

Wenn es statt auf den Boden In meinen Suppenteller fällt.

Wenn der Vater sich in der Schöpfung irrt»

Das nachher nicht zum Ziele führt

Und statt dem Genie ein Rindvieh wird,

Wird die Mutter traurig und verwirrt.

Der Lauschangriff fängt beim Schlüsselloch an,

Aus dem Plauschangriff wird ein Roman,

Der Rauschangriff, der macht dich blau,

Beim Tauschangriff tauscht man die Frau -

Oder auch den Mann -

weil man einander täuschen kann.

 

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