FRÜHLINGSSONNTAG

 

Sonntag ist's, die Luft ist milde, Sonntag hat auch heut' mein Herz,

Und so zieh' ich durchs Gefilde, Ganz befreit von jedem Schmerz.

Doch mein Herz ist nicht alleine, i Wenn ich zieh' durch Feld und Hain,

Denn im gold'nen Sonnenscheine

Wandert es sich schön zu zwei'n. Ja, die Alltagswelt versinket

Vor der Schönheit der Natur, Wenn der holde Lenz uns winket V Oder ist es Täuschung nur?

Schau'n wir von der Burg hernieder

Auf das Dorf im stillen Grund -

Der Schlehdorn blüht, bald blüht der Flieder,

„Gefällt dir diese Mußestund'?" Im Heurigen, beim Gläserklange,

Hei, da wallet mir mein Blut, Ist nicht viel, was ich verlange: „Oh Herz, sei meinem Herzen gut!"

Wenn die Frühlingsabendsonne r Zum Abschied uns noch einmal lacht,

Dann wünschen wir - das Herz voll Wonne -

Uns eine gute Frühlingsnacht!

 

MEINE HEIMAT

 

Ein jeder liebt die Erde,

Die ihm zur Heimat ward,

Und jeder liebt die Heimat

Nach ihrer eigenen Art.

Ich lieb' die flachen Wiesen, Die Äcker und den Pflug,

 Den man durch Bergesriesen Dereinst zur Taufe trug.

Der liebt auf dem Gesteine

Das schöne Edelweiß,

Ich lieb am Wiesenraine

Die Blumen innigheiß.

Und ringsherum die Felder, Bedeckt mit Korn und Klee,

Auch die dunklen Wälder, Durchfurcht von der Allee.

Der Kirchturm aus der Mitte

Des Dorfes uns schon winkt,

Wo nach alter Sitte

Die Glocke stets erklingt

Und nach des Tages Arbeit Uns zum Beten bringt

 Des Glockenerzes Klarheit Tief in das Herz uns dringt.

Auf sanfter Hügelkette

Reift Isabellawein,

Rieslinger, Burgunder -

Wie der Name auch mag sein -, Er wächst auf Heimaterde,

Ja, darum ist er gut -Oft frohen Mutes werde Ich von dem Rebenblut.

Vor einem Keller sitzen

Möcht' ich und trinken dann -

Am Rundblick mich ergötzen,

Daß ich dir sagen kann:

„Freund, du kannst mir glauben, Ein Anblick wunderbar,

Der Weinberg voll mit Trauben, Im Faß der Wein so klar";

Im Tale schöne Felder,

Grün und gelb und braun,

Auch ringsherum die Wälder

Sind herrlich anzuschaun.

Im Tal fürs Brot sich plagen, Am Weinberg für den Wein,

 Es sind beide Gottesgaben -„Durch Arbeit sind sie mein".

 

EWIGES GESETZ

 

Die Natur, die alles bejaht und verneint Und die Geburt mit dem Tode vereint,

Sie sorgt dafür, daß alles stirbt und besteht Und daß alles wird und zugrunde geht.

Sie, die weder Sünde, noch das Gute kennt, Vernichtung und Schöpfung ist ihr Element!

 

MEIN STREMBACHTAL, MEIN HEINZENLAND

 

Oh du mein liebes Strembachtal Es grüßet dich mein Herz,

Du Wiege meiner Jugendzeit Mein Quell von Freud' und Schmerz.

Es blüht hier wohl kein Edelweiß,

Hier glänzet nur den Pflug,

Du bist auch ohne Hochgebirg'

Mir schön und gut genug. Im Strembachtal - im Heinzenland

 Sprach ich das erste Wort, Fürs Strembachtal, da schlug mein Herz,

Und schlägt noch immerfort.

Wenn des Lebens Wirrnis mich

In fremde Länder trieb -

Oft ging's mir gut, oft auch schlecht -,

Das Herz in der Heimat blieb. Doch das Heimweh, das ging mit,

Folgt mir sogar im Traum, So daß ich konnte noch im Schlaf Mein Strembachtal erschau'n.

Die Dörfer in dem Tale drunt,

Die Häuser an dem Hang,

Das zeigte der Heimwehtraum -

Alles wohlbekannt!

Im Geiste hört' ich tönen leis' Der Heimatglocken Klang,

Die Dorfmusik am Kirchweihfest -Und wie die Jugend sang.

Halb zog es mich, halb haut ich Glück,

Daß ich zurückgekehrt

Ins Strembachtal - ins Heinzenland -

Heimat lieb und wert! Nun kann die Heimat wiederum In Wirklichkeit ich schau'n, Vorbei ist nun der Sehnsucht Schmerz, Erfüllt der Sehnsucht Traum.

Durch meiner Hände Schaffenslust

Soll das Brot mir sein,

Und die Freuden bringen soll

Mir der Stremer Wein! Mag kommen, was da immer will, Ob Freude oder Leid, Zum Strembachtal - zum Heinzenland Steh' ich zu jeder Zeit.

Wenn ich dem Tode schauen werd'

Einst in sein Gesicht

Dann möcht' ich ruh'n im Strembachtal -

Nur in der Fremde nicht! Was ich zum Schluß geschrieben hab'

Trifft wohl nicht immer zu -Manch Stremer schläft im fernen Grab

Den Schlaf der ewigen Ruh'.

 

1  2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18   19   20   21   22   23   24   25   26   27   28   29   30