Welgersdorf

Weinpresse

In Welgersdorf leben 460 Einwohner auf einer Gesamtfläche von mehr als 558 ha. Welgersdorf entstand während der Zeit der illyrisch-keltischen Siedlungen „Veleke“, heißt soviel wie Großort, Großdorf. Daraus entwickelte sich „Velege“, die ungarische madjarische Form und schließlich der fränkische Ortsname „Welgersdorf“. Im Jahr 1894 zählte Welgersdorf 810 Einwohner. 16 Jahre später nur mehr 655. Der Grund der Abnahme der Bewohner war die Auswanderung nach Übersee. Ebenso wie heute gab es auch damals mehr Evangelische als Katholische.

Ab 1. Jänner 1907 galt die verwaltungsmäßige Aufteilung Welgersdorf von Großpetersdorf nach Hannersdorf. Zuerst wurde diese Teilung von der Gemeinde abgelehnt, aber später von Steinamanger befohlen. Standesamtliche Angelegenheiten für unsere Gemeinde wurden ab 1.Oktober 1895 in Hannersdorf durchgeführt. Im Jahre 1971 kam der Ortsteil Welgersdorf wieder von Hannersdorf zur Gemeinde Großpetersdorf. Wo er heute noch dazugehört.

Hauptstraße

In unserem Dorf gibt es nur mehr einen Greißler. Im 19.Jahrhundert gab es vier Gasthäuser. Heute gibt es kein Gasthaus mehr. Es gibt nur mehr ein kleines Lokal vom Sportverein Welgersdorf. In früheren Zeiten gab es noch größere Veranstaltungen als heute. Am 16.Feber 1931 wurde in Welgersdorf das „Blockziehen“ veranstaltet.

Außerdem fand am 6.Oktober 1963 in Welgersdorf das Leistungspflügen um den Landesmeister statt.

Die Ortsfeuerwehr wurde am 1.Juli 1906 in der damaligen evangelischen Volksschule als freiwillige Feuerwehr unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gegründet. Die erste Ausrüstung wurde vom Grafen Erdödy aus Rotenturm gestiftet. Am 27. Mai 1956 feierte die Ortsfeuerwehr das 50 jährige Gründungsjubiläum. Im Herbst 1961 schaffte sich die Ortsfeuerwehr eine moderne Motorspritze und feuerwehrtechnische Ausrüstung an. Die Weihe der Motorspritze war am 1.Juni 1962:

 

Oft haben Naturkatastrophen Welgersdorf heimgesucht. Um das Jahr 1860 zerstörte eine Feuerbrunst das halbe Dorf. Im Jahre 1894 wütete ein Orkan, der viele Bäume entwurzelte und viele Häuser abdeckte. Das zweite Großfeuer um das Jahr 1900 zerstörte die rechte Häuserreihe längs der Straße. Im Jahre 1916 war ein großes Hochwasser und in einigen Häusern ist das Wasser bei den Fenstern eingedrungen. Am Donnerstag, dem 8.Juni 1961, war in Welgersdorf wieder ein schweres Hochwasser. Der Tauchenbach trat aus seinen Ufern und überschwemmte das ganze Gebiet.

Im 20.Jahrhundert hat sich das Ortsbild von Welgersdorf sehr oft verändert. Im Jahre 1954 wurde in Welgersdorf die Kanalisierung durchgeführt und entlang der Dorfstraße Bäume gepflanzt. Im Herbst 1960 begann man in Welgersdorf die Wasserleitung zu bauen. 1961 erhielt Welgersdorf eine neue Straßenbeleuchtung.

Im Sommer 1962 wurde die Wasserleitung fertiggestellt und die ersten Hausanschlüsse gemacht.

 

 

Kath. Kirche Welgersdorf besitzt zwei Kirchen, eine evangelische und eine römisch katholischeKirche. Die jetzige evangelische Kirche diente zuerst einem schulischen Zweck und wurde 1849 erbaut. Unsere Kirche besitzt einen Turm, von dem während des zweiten Weltkrieges die Glocken heruntergenommen wurden. Man schaffte sich wieder zwei neue Glocken an und am Ostersonntag 1950 fand die Glockenweihe statt. Die römisch katholische Kapelle wurde 1934 erbaut und besaß nur eine Glocke. 1970 bekam die katholische Kirche zwei Glocken.

Die Leichenhalle in Welgersdorf wurde im Jahre 1894 geplant und sofort mit dem Bau begonnen. Am 10.November 1985 wurde sie ihrer Bestimmung übergeben.

 

Auf Wiedersehen

Welgersdorf hat auch eine Volksschule. Am 18.Dezember 1965 übersiedelten die Schule in das neue Gemeindehaus. Dort stand den Schülern nur ein Raum als Klassenzimmer zur Verfügung. Heute werden zwei Räume benützt. Auch eine Bahnlinie führt durch den Wald nahe Welgersdorf und wurde 1888 erbaut. Im September 1888 konnte man von Welgersdorf nach Pinkafeld fahren. Bis zum Jahr 1951 mußten die Bewohner von Welgersdorf nach Großpetersdorf zum Bahnhof gehen. Im Jahre 1951 wurde auch in Welgersdorf eine Haltestelle errichtet. Heute besteht mehr keine Verbindungsbahn, sondern ein eigenes Unternehmen mit einem Märchenwald. Der größte Abschnitt des Märchenwaldes befindet sich im Waldgebiet von Welgersdorf. Dieser Märchenwald ist einmalig und erstmalig in Österreich. Mit einer nostalgischen Dampfeisenbahn kann man lebende Märchengestalten und einen Tierpark betrachten.

Im Sommer 1994 begann mit der Herstellung einer Kompostieranlage. Sie wurde am Rand von Welgersdorf gebaut. Obwohl sich einige Einwohner darüber beschwerten, wurde sie trotzdem gebaut.

 

Abschließen möchte ich noch erwähnen, dass Welgersdorf noch zwei Denkmäler besitzt. Die Hubertuskapelle und das Kriegerdenkmal.

Das Kriegerdenkmal wurde als Andenken an die Gefallenen im 1. und 2. Weltkrieg erbaut.

 

 

 

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     Gernot Horvath